Abu Abdullah al-Bakri o Slowianach- 965 rok.

Tworząc „Ciekawostki historyczne” wyszliśmy z prostego założenia: tak naprawdę każdy lubi historię o ile jest to historia odpowiednio przedstawiona. W dziale tym zajmujemy się odkryciami, kontrowersjami, przypadkami przeplatania się historii z życiem codziennym i ze współczesnością.
IsabellaK
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Abu Abdullah al-Bakri o Slowianach- 965 rok.

Post autor: IsabellaK » 20 lip 2014, 11:02

Abu Obejd Abdullah Al-Bekri pochodzacy z Cordovy

(1014–1094)hiszpansko-arabski geograf i historyk opisuje Slowian
w roku 965.
Slowianie-Sakalib pochodza od potomkow Madaja syna Jafeta, ich mieszkania rozciagaja sie od polnocy az po zachod.Ich kraje od morza Syryjskiego az po morze na polnocy.Polnocne narody mieszkaja od dawien na polnocy i tam sa ich siedziby.
Slowianie skladaja sie z wielu plemion.Wczesniej podlegali 1 krolowi o nazwie Macha i kazde plemie polegalo jeszcze pod Wjebaba.
Ich krol mial duza reputacje wsrod plemion.
Pozniej doszlo do klotni i rozwiazali swoj zwianek przez co
podzielili sie na 4 czesci i w kazdym wladal ksiaze.
Maja 4 ksiazat
1.Macha car bulgarski Piotr syn Symeona

2.Bujslav- Boleslaw , ksiaze Fraga, Bujma i Krakva,')/ Pragi, Bujmy i Krakowa, ksiaze Bohemii,Morawii, Slowacji, poludniowego Slaska i Malopolska z Krakowem

3.Meska-Mscislaw ksiaze polnocy- Mieszko- ksiaze polski

4.Nakun ksiaze zachodu- Nakun, czyli Nakonidzi-ksiaze Oborycki
jego kraj graniczy z Saxonia i Morawia.Jego wojsko bylo bardzo dobrze uzbrojone w metalowe chelmy i miecze, mial bardzo duzo konii i prowadzil duzy hanel z wiekloma narodami Zydami, Turkami, Arabami i innymi.
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kraj Miesco - Mscislaw
http://www.archive.org/stream/staroslov ... t_djvu.txt

Slowianskie zrodla historyczne.
181

Slavische Geschichtsquellen.

I.

Berichte muselmannischer Schriftsteller über
die Slaven bis zum Ende des X. Jahrhun-

dertes.

Mügeleill von J. v, Meduna.

(Fortsetzung.)

Ibf\-Jahubs Reisebericht über die Slaven aas dem

Jahre 965.

Während die Nachrichten der vorgenannten arabischen Schrift-
steller manches Skizzenhafte enthalten und vielfach auch der Sage
Raum gewähren, verdienen weit mehr Beachtung die hinterlassenen
Schriften des spanischen Arabers Abu Obejd Abdullah Al-Bekri, kurz
Al-Bekri genannt.

Aus angesehener Familie stammend, genoss er in Cordova eine
ausgezeichnete Erziehung und wurde, seines vielseitigen Wissens
wegen, berühmt. Einige Zeit lebte er am Hofe von Sevilla ; Spanien
verliess er nie und starb im üahre 1094 im hohen Alter, zahlreiche
Abhandlungen aus der Sprachforschung, Medizin und Geographie hinter-
lassend. Hochgeschätzt ist sein „Buch der Wege und Länder", in
welchem fast alle Teile der damals bekannten Welt geschildert wer-
den. Da Al-Bekri ausser in Spanien nirgends reiste, so verfasste er
sein Buch auf Grund der Berichte von Augenzeugen, sowie älterer
und zeitgenössischer Mitteilungen. Die Berichte über die slavischen
Völker zeichnen sich durch wertvollen Inhalt und zusammenhängende
Darstellung aus und sind eine so ergiebige Quelle für die Kenntnis
der damaligen slavischen Kultur, dass bis heute keine anderen Ge-
schichtsquellen sich mit seinen Aufzeichnungen vergleichen lassen.
Al-Bekri verwertete vor allem die Mitteilungen des 3uden Ibn-Jakub,
welcher in der zweiten Hälfte des X. 3ahrhundertes Böhmen, Polen
und die Länder der Elbeslaven bereiste, ferner erhielt er von an-
deren Reisenden wieder vertrauenswürdige Auskünfte über die Bul-
garen, Preussen, die normannischen Russen und andere nordische
Völker.

Auf die Berichte, welche Al-Bekris „Buch der Wege und Länder"
enthält, wurde der russische Gelehrte Kunik von dem um die Ent-



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deckung bisher unbekannter orientalischer Geschichtsquellen hoch-
verdienten Professor de Goeje in Leyden aufmerksam gemacht. Be-
hufs Übersetzung derselben wandte sich Kunik an den Akademiker
Baron Rosen, der sich dieser Arbeit unterzog und sie in russischer
Sprache veröffentlichte. Professor de Goeje hat später den arabischen
Text nochmals einer genauen Prüfung unterzogen und gab das Re-
sultat seiner Forschungen unter dem Titel „Een belangriik arabisch
bericht over de Slawiche volken omstreeks 965 n. Chr." heraus. Das
rege Interesse, welches dieser Geschichtsquelle entgegengebracht
wurde, gab Anlass zu weiteren Forschungen und Aufklärungen, un-
ter welchen die ausführliche und gründliche Abhandlung des Real-
schulprofessors in Riga, Friedrich Westberg, hervorgehoben werden
muss. Derselbe hatte seine eingehende Studie der Akademie der
\Ä/issenschaften in St. Petersburg vorgelegt. Im „Casopis miisea Krd-
lovstvi Ceskeho", pag. 293—300 des Jahrganges 1880, referiert Oosef
Jirecek über die Abhandlung des Leydener Professors de Goeje,
indem er zugleich die böhmische Übersetzung der Nachrichten des
Ibrahim Ibn-Jakub aus dem Holländischen veröffentlicht.

Solch eingehende Bearbeitungen von berufener Seite haben Al-
Bekris Wiedergabe des Ibn-3akubschen Reiseberichtes der Allgemein-
heit zugänglich und verständlich gemacht ; wenn aber heutzutage
einige dunkle oder zweifelhafte Stellen des arabischen Textes noch
der Aufklärung harren, so lässt sich hoffen, dass im Laufe der Zeit
durch weitere Forschung deren richtige Bedeutung geoffenbart wird.

Was die Persönlichkeit desjenigen betrifft, der diesen Reise-
bericht über die slavischen Länder erstattet hat, nämlich den Israeliten
Ibrahim Ibn-3akub, so war er entweder in Südspanien oder im west-
lichen Nordafrika geboren, und zweifelsohne ein Handelsmann, als
welcher er sich an vielen Stellen seines Berichtes — der fast ohne
politische Färbung ist — verrät, und wohl vornehmlich, wie viele
seiner Glaubensgenossen, Sklavenhändler war ; auch scheint er seine
Aufzeichnungen hauptsächlich für Sklavenhändler verfasst zu haben.
Während seiner Reisen in den slavischen Ländern war Prag sein
Hauptaufenthaltsort. Er, der Vielgereiste, bezeichnete Prag als die
„reichste Handelsstadt". Hier, wo Kaufleute und Waren aus allen
Weltteilen zusammenströmten, hatte er Gelegenheit, mit Angehörigen
der verschiedensten Völker, hauptsächlich Slaven, in persönlichen
Verkehr zu treten, daher anzunehmen ist, dass Ibn-3akub neben an-
deren Idiomen auch der damals sehr verbreiteten slavischen Sprache
mächtig war. Schon auf seiner Reiseroute, die ihn durch das Adria-
tische Meer über Friaul, ferner über die gegenwärtig innerösterrei-



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chischen Länder, also durch damals vollkommen slavische Gebiete
nach Böhmen führte, musste er sich der slavischen Sprache bedienen.
Von Prag reiste Ibn-Oakub nach Magdeburg — in jener Zeit ein
Hauptstapelplatz für den Handel mit dem slavischen Norden — er-
schien dort vor dem deutschen Kaiser Otto dem Grossen, der in
dieser Stadt eben eine bulgarische Gesandtschaft empfing, und begab
sich dann in die weiten Gebiete der Slaven zwischen der Elbe und
der Ostsee. Nachdem er noch Polen besucht hatte, wählte er für den
Rückweg in die Heimat dieselbe Route, nämlich den Weg über Prag
und das Adriatische Meer.

Im Folgenden ist der Bericht lbn-3akubs mit jenem Inhalte
wiedergegeben, wie ihn de Goeje im Oahre 1880 in holländischer
Sprache veröffentlicht hatte, mit Hinzufügung von Änderungen und
Erläuterungen, wie sie die Ergebnisse der seitherigen Forschungen
notwendig machten.^) Ibrahim Ibn-Jakub sagt:

I. Die Slaven (Sakalib) stammen von den Nachkommen Madajs,
des Sohnes Japhets, ab ; ihre Wohnungen erstrecken sich vom Nor-
den bis dass sie zum Westen gelangen.') Die Länder der Slaven
ziehen sich vom Syrischen Meere bis zum umringenden Meere nach
Norden.^) Nördliche Völker bemächtigten sich eines Teiles derselben
und wohnen bis heute dort. Die Slaven bestehen aus mehreren
Stämmen. In früheren Zeiten waren sie geeinigt unter einem König,
welcher den Namen Macha führte und jenem Volksstamme angehörte,
welcher Wjebaba') hiess und grosses Ansehen unter ihnen genoss.
Sie veruneinigten sich dann, das gemeinsame Band wurde gelöst
und in jedem Stamme regierte ein Fürst.

II. Ihrer Fürsten sind gegenwärtig vier: Fürst al-Bekarin,^)
Bujslav, Fürst von Fraga, Bujma und Krakva,') Meska, Fürst des
Nordens,^) und Nakun im äussersten Westen.")

1) Die Erläuterungen sind hauptsächlich dem Rigaer Professor Friedrich
Westberg zu verdanken.

2) Diese Einleitung ist von Al-Bekri in den Bericht Ibn-Jakubs eingeschoben
und entspricht der Tradition von der Abstammung der Slaven bei den Arabern,

•') Das umringende Meer ist die arabische Bezeichnung für den Ozean, hier
die Ostsee.

") Wljnbaba, Walinane, Wolgaanwohner. In pag. 23. Heft 1 v. J. 1914 des
»Staroslovan« ist ersichtlich, dass Al-Masudi deren Herrscher Madschak nannte,
was mit Macha übereinstimmt.

^) Car der Bulgaren, Peter, der Sohn Simeons.

•^1 Boleslav, Herzog von Böhmen, zu dessen Reiche neben Mähren und der
Slovakei noch das südliche Schlesien, dann Kleinpolen mit Krakau gehörte.

') Meska (Mscislav), Herzog von Polen.

*') Nakun, der Fürst der Obodriten,



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III. Das Land Nakuns grenz! im Westen an Sachsen und an
einen Teil vom Lande Marman.") In Nakuns Land sind niedrige Korn-
preise, es ist reich an Pferden, welche von dort in andere Länder
ausgeführt werden. Seine Leute sind gut ausgerüstet, mit Harnischen,
Helmen und Schwertern. Von Burg bis Majalih^^) sind 10 Meilen, ^^)
von da bis zur Brücke 50 Meilen und das ist eine Brücke von Holz,'-)
eine Meile lang. Von der Brücke bis zur Festung (oder Burg) des
Nakun sind etwa 40 Meilen; sie heisst Azzan^') und bedeutet die
„grosse Burg". Südlich von Azzan liegt eine Burg,") gebaut in einem
Süsswassersee.

IV. Und auf diese Weise legen die Slaven den grössten Teil
ihrer Festungen an ; sie begeben sich auf sumpfiges Land, reich an
Wasser und Gestrüpp, und bezeichnen dort eine runde oder vier-
eckige Fläche, je nach Form und Grösse, welche sie der Festung
geben wollen. An der Umfassungslinie wird ein Graben ausgehoben,
die Erde zu einer Brustwehr angehäuft, die mit Planken und Pfählen
bekleidet und festgestampft wird, bis der Wall die gewünschte Höhe
erreicht hat. An der fürgewählten Seite wird hierauf ein Tor abge-
messen und vor demselben eine hölzerne Brücke errichtet.'') Von
der Festung Azzan bis zum Ozean sind II Meilen. Die Heere kön-
nen in das Reich des Nakun nur mit Schwierigkeiten eindringen, weil
das ganze Land nur aus sumpfigen Wiesen, Gestrüppe und Morästen
besteht.

V. Was das Reich Bujslavs betrifft, so umfasst seine Länge von
der Stadt Fraga bis zur Stadt Krakva eine dreiwöchentliche Reise.
Dieses Reich grenzt im Süden an das Land der Türken.") Die Stadt
Prag ist erbaut aus Stein und Kalk und ist die reichste Handelsstadt.

") Die Westslaven bezeichneten mit Marman das Land der ihnen angren-
zenden Normannen, hier der Dänen (Dänemark).

^") Burg, ein Ort unweit Magdeburg. Majalih bedeutet: bis zu dem, »was an-
grenzt«, d. i. hier die Grenze des Slavenlandes.

^^) Die dort übliche Meile hatte eine Länge von 3 bis 4 Kilometer.

1-) Bollbrück bei Perleberg, also keine Elbebrücke.

*') Westberg zsigt nach sehr gründlicher Beweisführung, dass unter Azzan
das heutige Schwerin zu verstehen ist.

^^) Diese Burg befand sich auf der gegenwärtigen Schlossinsel im Schweriner
See.

^^') Diese Darstellung des westslavischen Burgenbaues ist vom militärischen
Standpunkte aus vollkommen korrekt. In dem vorhandenen Terrain konnten Be-
festigungen nur aus Erde aufgeführt werden; die Bekleidung mit Planken und
Pfählen machte sie nicht nur w^iderstandsfähiger, sondern gewissermassen auch
sturmfrei; die Gräben waren wahrscheinlich mit Wasser gefüllt.

1") LInter Türken sind die Magyaren gemeint; diese Bezeichnung war damals
allgemein üblich.



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Es kommen dorthin aus der Stadl Krakva Russen") und Slaven mit
Waren ; aus dem Lande der Türken kommen Muselmänner, Juden
und Türken ebenfalls mit Waren und gangbaren Münzen und führen
von ihnen Sklaven, Zinn und verschiedene Sorten Blei aus. Dieses
Land (Böhmen) ist das beste von den Ländern des Nordens und das
reichste an Lebensmitteln. Für einen „penze" '') verkauft man so viel
Getreide, dass es einem Menschen für einen Monat genügt, und
Gerste verkauft man für dieselbe Münze so viel, als ein Lasttier für
40 Tage braucht. Man verkauft bei ihnen 100 Hühner ebenfalls für
einen „penze".''') In der Stadt Prag werden Sättel, Zäume und Leder-
schilde verfertigt, welche in ihren Ländern gebraucht werden. Im
Lande Böhmen macht man leichte Tüchelchen sehr dünnen Gewebes,
Netzen ähnlich, welche zu nichts taugen, die aber bei ihnen einen
festen Preis haben, nämlich 10 Tüchelchen für einen „penze". Mit
ihnen berechnen und handeln sie, sie haben ihrer ganze Kisten voll ;
sie gelten bei ihnen als Reichtum; kostbare Sachen kann man dafür
kaufen, wie: Sklaven, Weizen, Pferde, Gold, Silber usw. Bemerkens-
wert ist, dass die Bewohner von Böhmen brünett und schwarzhaarig
sind; der blonde Typ findet sich selten bei ihnen.'")

VL Der Weg von Magdeburg-') in das Land des Boleslav ist

1") Russen war die Bezeichnung für Normannen.

^^) Fenize, böhm. Geld im allgemeinen; »penze« muss aber dennoch einst
auch f^ine Münzeinheit gewesen sein, u. zw. wahrscheinlich eine Silbermünze.

!■') de Goeje las dieses Wort im arabischen Texte für »knsar«, Professor
Josef Karabacek, welcher Konjektur auch Baron Rosen zustimmte, für »penze«.
Westberg hielt es für verstümmelt aus »denar«. Wir entschieden uns selbstver-
ständlich für die Lesart »penze«. Wenn hervorragende Gelehrte einem und dem-
selben Worte des Manuskriptes ganz verschiedene Auslegungen gaben, so ist auch
hier erwiesen, dass die Philologie in einem Handschriftenstreite keine Entschei-
dung fällen kann; diese liegt auf anderen Gebieten. Etwas ähnliches geschah bei
der Grünberger Handschrift, welche als Fälschung erklärt und Hanka als Falsifi-
kator bezeichnet wurde. Das Wort »tetva« fand die verschiedenartigste Ausle-
gung und auch Hanka wusste sich damit keinen Rat (wodurch wohl jeder Ge-
danke an eine Fälschung seinerseits ausgeschlossen ist); erst Zunkovic erklärte
i. J. 1911 dieses Wort als ein altpolnisches mit der Bedeutung Dynastie; er
fi.nd es in Lindes polnischem Wörterbuch, als einen bereits um das Jahr 18C0 aus
dem Gebrauche getretenen Begriff.

"') Diese Mitteilung kann Ibn-Jakub nur im Gegensatz zu den übrigen Sla-
ven gemacht haben; sie lässt sich nach Westberg sehr wohl erklären, wenn das
zum Reiche Boleslavs gehörige Mähren gemeint ist, als Folge einer starken Ver-
mischung mit fremden Steppenvölkern, welche von jeher nach der pannonischen
Tiefebene strömten, die einen Teil von Grossmähren gebildet hatte.

-1) In dem arabischen Texte wurde dieses Wort mit Meznbrg übersetzt und
für das heutige Merseburg genommen. Westberg liest jedoch im Texte Madibrg
und das Icann nur Magdeburg sein. Dieses wird schon i. J. 8Ü5 als einer von den



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folgender: Von Magdeburg nach Kaliva--) 10 Meilen, und von da
bis Nienburg 2 Meilen. Dies ist eine Festung, erbaut aus Stein und
Mörtel ; sie liegt gleichfalls am Flusse Saale, in welchen die Bode
mündet. Von der Festung Nienburg bis zur Salzsiederei der Juden, -^)
welche gleichfalls am Flusse Saale liegt, sind 30 Meilen. Von da bis
zur Festung Nurnchjn,''') welche am Flusse Mulde liegt . . . .") und
von da bis zum Rande des Waldes sind 25 Meilen. Dieser Wald ist
bis zum anderen Rande kO Meilen lang ; der Weg führt über Berge
und Wildnisse.-') Vom Walde bis zur hölzernen Brücke-') durch einen
Sumpf ungefähr 2 Meilen. Vom Ende des Waldes und über diese Brücke
kommt man nach Prag.

VII. Was das Reich Meskas betrifft, so ist es das grösste der
Slavenländer ; es ist reich an Getreide, Fleisch, Honig und Fischen.
Die Abgaben werden mit Münzen erlegt und damit bezahlt er (Mesko)
den Unterhalt seines Fussvolkes; jeder bekommt monatlich einen
bestimmten Teil. Er hat 3000 Geharnischte, das sind aber Krieger,
von denen ein Hundert gleichkommt zehn Hunderten anderer. Und er
iMesko) gibt ihnen Kleider, Waffen und alles, was sie brauchen. Wenn
jemandem von ihnen ein Kind geboren wird, so wird ihm ein Gehalt
zugewiesen gleich nach der Geburt des Kindes, sei es männlichen
oder weiblichen Geschlechtes. Und wenn es die Volljährigkeit erreicht,

,so verschafft er ihm ein Weib, falls es männlichen Geschlechtes ist,
und er (Mesko) zahlt auch das Hochzeitsgeschenk dem Vater des
Mädchens. Falls das Kind weiblichen Geschlechtes ist, so verschafft
er ihm einen Mann und zahlt dem Vater des Mädchens das Hoch-
zeitsgeschenk.

VIII. Das Hochzeitsgeschenk bei den Slaven ist sehr bedeutend,
und sind ihre Gebräuche in dieser Beziehung ähnlich den Gebräuchen
der Berber. Wenn jemandem zwei oder drei Töchter geboren wer-
den, so sind sie Ursache seiner Bereicherung ; wenn ihm aber zwei
oder drei Söhne geboren werden, so sind sie Ursache seiner Ver-
armung. Und die Verheiratung geschieht nach Gutdünken ihres Für-
sten, nicht nach ihrer Wahl ; der Fürst übernimmt die Sorge für ihre



Handelsplätzen genannt, in denen die nach den Slavenländern handelnden Kauf-
leute mit Vertretern jener zusammentrafen, und Ibn-Jakub war ein Hand^smann,
welcher Magdeburg der Geschäfte wegen aufsuchte.

") Kalbe an der Saale.

-') Wahrscheinlich Dürrenberg an der Saale.

-"') Dürfte Nerchau an der Mulde sein.

-'"] Hier ist augenscheinlich die Meilenzahl ausgelassen.

•^) Das Erzgebirge.

■-^) Die Stadt Brüx (Mcsty) an der Biela.



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Ausgaben und die Kosten für die Hochzeil lasten auf ilim. Und er
ist wie ein zärtlictier Vater für seine Leute. -^)

ODPOWIEDZ

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